Die meisten Anleger denken bei einer Immobilienanlage an den Kauf eines Objektes. Dieser ist allerdings mit einem erheblichen Kapitalaufwand verbunden. Daher möchten hierzulande deutlich mehr Anleger in Immobilien investieren, als ihr Vorhaben letztendlich zu realisieren.

Dabei stehen am Immobilienmarkt mehrere indirekte Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung, die mit einem deutlich geringeren Kapitalbedarf verbunden sind. Eine der neuesten Optionen für ein indirektes Immobilien Investment ist das sogenannte Crowdinvesting.

Indirekt in Immobilien investieren: welche Optionen gibt es?

Neben dem direkten Investment in Immobilien, unter dem in erster Linie der Kauf eines Objektes verstanden wird, gibt es am Kapitalmarkt noch mehrere Möglichkeiten, wie Sie Ihr Kapital auf indirekte Art und Weise in Betongeld investieren können. Online24 mein dazu folgenden Optionen:

  • Immobilienaktien
  • Offene Immobilienfonds
  • Geschlossene Immobilienfonds
  • Außerbörsliche Beteiligungen
  • Crowdinvesting

Offene und geschlossene Immobilienfonds gibt es schon seit Jahrzehnten am Markt. Die offenen Fonds sind insbesondere als Publikumsfonds für die breite Masse von Anlegern und Sparer geeignet, während sich vor allem institutionelle Investoren und vermögende Privatkunden für geschlossene Fonds entscheiden. Eine noch relativ junge Form des indirekten Investments in Immobilien stellt das Crowdinvesting dar. Dieses ist mit einigen Vorteilen verbunden und erfährt daher bei Anlegern einen deutlich wachsenden Zuspruch, die ihr Kapital auf indirekte Art und Weise in Betongold investieren möchten.

Welche Investitionen sind per Crowdinvesting möglich?

Das Crowdinvesting ist keine spezielle Investition für Immobilien, sondern es gibt unterschiedliche Projekte, in die Anleger ihr Kapital investieren können. Das Crowdinvesting hat sich aus dem nach wie vor etwas bekannteren Crowdfunding entwickelt. Es ist insbesondere auf Anleger ausgerichtet, die mit einem kleineren Kapitaleinsatz in spezielle Projekte investieren möchten. In erster Linie sind es die folgenden Investments, die aktuell durch Crowdinvesting realisiert werden können:

  • Erneuerbare Energien
  • StartUps
  • Mittelständische Unternehmen
  • Private Equity
  • Immobilien

Die Mehrzahl aller Projekte, die aktuell auf Crowdinvesting-Plattformen angeboten werden, sind tatsächlich Immobilienprojekte. In den folgenden Abschnitten möchten wir etwas näher darauf eingehen, wie die indirekte Immobilienanlage mittels Crowdinvesting funktioniert. 

Wie funktioniert das Crowdinvesting?

Zunächst möchten wir Ihnen gerne eine kurze Übersicht über den Ablauf geben, der beschreibt, wie Sie beim Crowdinvesting vorgehen müssen. Unabhängig von der entsprechenden Plattform gliedert sich der Ablauf in die folgenden Schritte:

  1. Anmeldung auf Crowdinvesting Plattform
  2. Legitimation durchführen
  3. Projekte betrachten
  4. Projekt für Investment selektieren
  5. Gewünschte Kapitalsumme überweisen
  6. Ertrag und Rückzahlung des Kapitals erhalten

Der Ablauf ist beim Crowdinvesting also sehr einfach und daher selbst für Anfänger in diesem Investitionsbereich sehr leicht verständlich. Zunächst registrieren Sie sich kostenlos auf der Plattform und müssen sich in der Regel zusätzlich legitimieren. Anschließend haben Sie Zugang zu allen Projekten, die auf der Plattform präsentiert werden. Sie erfahren eine Reihe Details zu den entsprechenden Immobilienprojekten, wie zum Beispiel Standort der Immobilie, Investitionsvolumen und Mindestkapital. Sagt Ihnen das Projekt zu, entscheiden Sie sich für ein Investment und transferieren den gewünschten Anlagebetrag. Um die gesamte Abwicklung kümmert sich in der Regel die Crowdinvesting-Plattform.

Welche Angaben erhalte ich zum Crowdinvesting Immobilienprojekt?

Damit Sie sich ein möglichst gutes Urteil darüber machen können, wie risikoreich und lohnenswert ein Projekt sein kann, benötigen Sie natürlich einige Angaben. Zu den Immobilienprojekten, die auf der Crowdinvesting-Plattform präsentiert werden, erhalten Sie in der Regel einige Daten, Zahlen und Angaben. Dazu gehören:

  • Beschreibung des Projektes (Porträt)
  • Mindestanlagesumme
  • Gesamtinvestitionsvolumen
  • Rendite (kalkuliert oder garantierte)
  • Laufzeit

Auf manchen Crowdinvesting-Plattformen gibt es zusätzlich eine Einschätzung der Bonität des Projektinitiators. Dies ist besonders hilfreich, denn anhand dieser Bewertung können Sie sich ein ungefähres Bild über das Risiko Ihres Investments machen.

Welche Vorteile bietet das indirekte Investment in Betongold mittels Crowdinvesting?

Nicht ohne Grund ist die indirekte Geldanlage in Betongold mittels Crowdinvesting aktuell bei immer mehr Anlegern sehr beliebt. Die liegt vor allem an den Vorteilen gegenüber der direkten Anlage in Immobilien, im Vergleich zu vielen anderen Anlageformen und auch bei der Gegenüberstellung mit den eingangs erwähnten anderen Optionen, mittels derer Sie indirekt in Immobilien investieren können. Im Überblick sind vor allem die folgenden Vorteile für Anleger zu nennen:

  • Mindestanlagesumme sehr gering
  • Detaillierte Beschreibung des Projektes
  • Gute Renditen
  • Diversifizieren leicht möglich
  • Plattform kümmern sich um Abwicklung
  • Viele Projekte zur Auswahl
  • Mitunter Sicherungspool

Einer der Hauptvorteile besteht beim Crowdinvesting generell und auch speziell bei der Anlage in Immobilienprojekte in der relativ geringen Mindestanlagesumme. Bei keiner anderen Anlageform in Immobilien, außer offenen Immobilienfonds, reichen geringe Anlagesummen für ein Investment aus. So brauchen Sie zum Beispiel bei einem Direktinvestment fast immer einen sechsstelligen Anlagebetrag und bei geschlossenen Immobilienfonds müssen es in der Regel mindestens 10.000 Euro sein. Beim Crowdinvesting in Immobilien hingegen können Sie – je nach Projekt und Plattform – meistens schon ab 100 bis 250 Euro investieren.

Ein weiterer Vorteil ist die im Durchschnitt gute Rendite, die Sie bei vielen Crowdinvesting Immobilienprojekten erzielen können. Insbesondere im Vergleich mit verzinslichen Anlageformen wie Festgeld oder Bundesanleihen lohnt die Sachwertanlage. Je nach Projekt sind durchaus Renditen zwischen drei bis sechs Prozent im Jahr realistisch. Dass Sie sich nicht um die Abwicklung kümmern müssen und oft viele Projekte mit den entsprechenden Angaben über die Plattform zur Auswahl haben, zählt ebenfalls zu den Vorteilen der Geldanlage mittels Crowdinvesting. 

Welche Nachteile sollte ich als Anleger beachten?

Nahezu keine Anlageform hat nur Vorteile, so auch nicht das Crowdinvesting in Immobilien. Der wohl größte Nachteil ist das mögliche Risiko von Verlusten. Da die Projektinitiatoren bewusst Kapital außerhalb der Börse und somit der geregelten Märkte suchen und – zumindest in Teilen – nicht auf Bankdarlehen zurückgreifen (können), kann mitunter ein Anzeichen für eine nicht sehr gute Bonität sein. Sie haben als Investor – bis auf einen eventuellen Sicherungspool – normalerweise keinerlei Sicherheiten, dass Sie Ihr Kapital wie geplant zurückerhalten.

Daher sollten Sie sich unbedingt sehr genau mit den einzelnen Projekten beschäftigen, zumindest bei größeren Anlagesummen. Sie können das Gesamtrisiko allerdings reduziere, indem Sie eine Diversifikation vornehmen. Sie verteilen Ihr Kapital dann auf mehrere Projekte und senken so das Gesamtrisiko. Die mitunter längere Kapitalbindung ist ein weiterer Nachteil, den Sie im Zusammenhang mit dem Crowdinvesting kennen sollten.

Für wen bietet sich das Crowdinvesting in Betongold an?

 Crowdinvesting in Betongold ist für sehr viele Anleger geeignet. Die „Zielgruppe“ reicht vom Sparer, der regelmäßig zum Beispiel 200 Euro investieren möchten, bis hin zum vermögenden Privatanleger. Der Grund ist, dass im Grund zwischen 100 bis 100.000 Euro nahezu jede Summe investiert werden kann. Allerdings sollte der Anleger ertrags- oder chancenorientiert sein und sein Kapital einige Jahre entbehren können. Sicher ist das Investment in Immobilienprojekte nämlich nicht.