
Prof. Heckmann eröffnete seinen Vortrag mit der Einschätzung, dass im Zuge der Finanzkrise eine Renaissance des Staates zu beobachten sei, ein zunehmendes Misstrauen des Staates gegenüber der Wirtschaft. Der Begriff der IT-Compliance sei ein Begriff, der nicht nur ein Rechtsbegriff sei sondern auch vielfach in das Beraterdeutsch eingeflossen sei. Ziel sei "Good Governance", wobei allerdings Performance ein wichtiger Faktor sei.
Wenn man den Bereich der IT-Compliance betrachte, müsse man zwischen dem Staat als IT-Konsumenten und dem Staat als IT-Anbieter unterscheiden. Soweit der Staat als Konsument auftrete, seien Aspekte wie Beschaffung, Vergaberecht, Outsourcing und IT-Einsatz (Lizenzmanagement) von Bedeutung. Als IT-Anbieter trete der Staat in Konkurrenz zu privaten Marktteilnehmern. Als Beispiel verwies Heckmann hierzu auf die Software Elster Formular, das kostenlos an die Steuerpflichtigen abgegeben würde.
Im Hinblick auf die IT-Regulierung bestünden abgesehen zu den die staatlichen Stellen verpflichtenden Vorgaben zur Barrierefreiheit keine wesentlichen Unterschiede zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor. Die Schwachstelle sei in beiden Fällen der Mensch. Um dem abzuhelfen, sei der Rechtsstaat gefordert, die IT-Fitness seiner Mitarbeiter sicherzustellen. Mitarbeiter müssten befähigt sein, Schäden durch IT zu vermeiden.
Im weiteren Verlauf seines Vortrages stellte Heckmann den Wandel der Funktion von IT in der öffentlichen Verwaltung dar. In der 1. Stufe habe die IT als bloßes Instrument der Verwaltung gedient. Sie sei ein Hilfsmittel zur Erzeugung und Organisation des verbindlichen Mediums Papier gewesen. In der 2. Stufe sei die IT ein Medium der Verwaltung. Das Verwaltungshandeln erfolge "durch" IT und nicht nur mit ihrer Hilfe. In diesem Stadium komme es zu einem Wettbewerb privater und öffentlicher Dienstleister. In der 3. Stufe fungiere die IT als Transformator der Verwaltung. Verwaltung finde in einem virtuellen Verwaltungsraum statt, in dem sich die örtlichen Zuständigkeiten auflösten. Sei dieser Punkt erreicht, so stelle sich in zunehmendem Maße die Frage der Beherrschung der IT
Abschließend stellte Heckmann das T-City Projekt in Friedrichshafen vor, an dem er maßgeblich beteiligt sei. Eines der im Rahmen von T-City betriebenen Projekte sei "DE-Mail".
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